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Akupunktur bei akuter Migräne Eine chinesische Studie verglich die Wirkung von Verum-Akupunktur bei akuter Migräne mit zwei Formen von Sham-Akupunktur. Dabei gingen die Schmerzwerte in der vierten Stunde nach der Behandlung bei der Verum-Akupunkturgruppe nach der Visual-Analog-Skala (VAS) durchschnittlich um 1,0 cm zurück, bei den beiden Sham-Gruppen um 0,5 bzw. 0,1 cm. In der zweiten Stunde nach der Behandlung zeigte sich ein signifikanter Rückgang der VAS-Werte nur in der Verum-Gruppe (durchschnittlich 0,7 cm). Signifikante Unterschiede zwischen Verum- und Sham-Akupunktur ließen sich 24 Stunden nach der Behandlung auch bei Schmerzlinderung, Rezidiv und Verschlimmerung feststellen. Bei den meisten Patienten der Verum-Gruppe stellte sich eine komplette Schmerzlinderung ein (40,7 %), und es kam weder zu einem Rezidiv oder einer Intensivierung der Schmerzen (79,6 %). (Acupuncture for treating acute attacks of migraine: a randomized controlled trial, Headache, Juni 2009, 49 (6), 806-16) Akupunktur bei Prostataschmerzen Eine koreanische Studie untersuchte die Wirkung von Elektroakupunktur (EA) bei chronischer Prostatitis/chronischem Schmerzsyndrom des Beckens. 39 Männer wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe erhielt in einem Zeitraum von 6 Wochen eine Beratung und 12 EA-Behandlungen (SEA); die zweite bekam Beratung, Übungen und 12 Sham-Behandlungen; die dritte erhielt nur eine Beratung und Übungen. Um die Sakralnerven zu stimulieren und den Piriformis zu entspannen, wurden sechs Punkte genadelt (jeweils bilateral V32/Bl32 (ciliao), V33/Bl33 (zhongliao) und F30/Gb30 (huantiao)). Nach sechs Wochen verzeichnete die EA-Gruppe gegenüber den anderen beiden Gruppen einen signifikanten Rückgang der Prostatitis-Symptomwerte, und es kam bei allen Mitgliedern dieser Gruppe zu einem Rückgang um mindestens sechs Punkte; bei den anderen beiden Gruppen traf dies nur auf 16,7 % beziehungsweise 25 % der Teilnehmer zu. Darüber hinaus ging in der EA-Gruppe der Anteil an proinflammatorischem Prostaglandin E2 in Urinproben in signifikantem Maß zurück, während er in den beiden anderen Gruppen anstieg. Dies lässt vermuten, dass EA bei diesem Krankheitsbild wirksam ist, weil sie die Entzündung der Prostata reduziert. (Electroacupuncture relieves pain in men with chronic prostatitis/chronic pelvic pain syndrome: three-arm randomized trial, Urology, Mai 2009, 73(5), 1036-41) Akupunktur lindert Wehenschmerzen Im Zuge einer dänischen Studie zur Untersuchung der Wirkung von Akupunktur bei Wehenschmerzen wurden 607 gesunde Schwangere in drei Gruppen aufgeteilt, die mit Akupunktur, TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation) oder konventionellen Analgetika behandelt wurden. Die Angehörigen der Akupunkturgruppe wurden je nach Beweglichkeit und Schmerzlokalisierung individuell mit einer Auswahl aus einer Liste von 34 Akupunkturpunkten behandelt. Während die Schmerzwerte der drei Gruppen in etwa vergleichbar waren, war die Erfordernis pharmakologischer und invasiver Methoden in der Akupunkturgruppe signifikant geringer. Keinen Einfluss hatte die Akupunktur auf die Dauer der Wehen oder die Dosierung von Oxytocin. Des weiteren waren die Anzeichen neonatalen Wohlbefindens (Apgar-Score und Nabelschnur pH-Wert) bei den Neugeborenen aus der Akupunkturgruppe signifikant besser als in den beiden anderen Gruppen. (Acupuncture as pain relief during delivery: a randomized controlled trial, Birth, März 2009, 36(1), 5-12) Pflanzliche chinesische Arzneimittel bei Endometriose Eine englische Metastudie wertete 100 Studien zum Einsatz von chinesischer Phytotherapie bei Schmerzen und Unfruchtbarkeit in Zusammenhang mit Endometriose aus, von denen jedoch nur zwei chinesische Studien den qualitativen Anforderungen genügten. Die Auswertung dieser Studien ergab, dass nach laparoskopischen Eingriffen in Zusammenhang mit einer Endometriose die Wirkung von chinesischer Phytotherapie mit der des Wirkstoffs Gestrinon (ein synthetisches Progesteron, das die Sekretion von Östrogen durch die Eierstöcke hemmt) vergleichbar ist und zugleich weniger Nebenwirkungen hat. Des weiteren gelangten die Autoren zu dem Schluss, dass sich erstens mit oraler Phytotherapie insgesamt ein besserer Behandlungseffekt erzielen lässt als mit Danazol (synthetisches Testosteron), dass sich zweitens Menstruationsbeschwerden besser lindern lassen und dass drittens in Verbindung mit einem pflanzlichen Einlauf endometrische Massen zum Schrumpfen gebracht werden können. (Chinese herbal medicine for endometriosis, Cochran Database Syst Rev, 8. Juli 2009, (3), CD006568) Akupunktur verbessert Spermienbeweglichkeit Die erste prospektive, randomisierte, placebo-kontrollierte Single-blind-Studie über die Wirkung von Akupunktur bei infertilen Männern mit starker Oligoasthenozoospermie hat gezeigt, dass Akupunktur die Spermienbeweglichkeit steigern kann. Bei den Probanden, die mit Verum-Akupunktur behandelt wurden, wurde eine signifikant höhere Anzahl bewegungsfähiger Spermien festgestellt als bei den Mitgliedern der Placebogruppe. Eine Auswirkung der Akupunktur auf die Spermienkonzentration konnte nicht festgestellt werden. (A prospective randomized placebo-controlled study of the effect of acupuncture in infertile patients with severe oligoasthenozoospermia, Fertil Steril, 92(4), 1340-43) Akupunktur bei Schulterschmerzen Im Zuge einer Hongkonger Studie wurden 60 Patienten mit chronischen Schulterschmerzen vier Wochen lang zweimal wöchentlich jeweils 30 Minuten lang mit standardisierten Bewegungsübungen für den Hals/Nackenbereich und gleichzeitig mit Verum-Elektroakupunktur beziehungsweise mit Placebo-EA behandelt. Einen Monat nach der Behandlung gaben 38,9 % der Verum-Gruppe eine über 50-prozentige Schmerzlinderung auf einer numerischen Skala an, während es in der Placebo-Gruppe nur 8,3 % waren. (Electrical stimulation of the wrist for chronic neck pain: a randomized, sham-controlled trial using a wrist-ankle acustimulation device, Clin J Pain, Mai 2009, 25(4), 320-26) Akupunktur bei Rückenschmerzen wirksamer als Standardtherapie Bei einer amerikanischen Studie wurden 638 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen in 4 Gruppen aufgeteilt. Die erste wurde nach einer Differentialdiagnose individuell mit Akupunktur behandelt, die zweite mit Standardakupunktur (Rg3/LG3 yaoyangguan, bilateral auf V23/Bl23 (shenshu), einem Ashi-Punkt in der Lumbalregion, bilateral auf V40/Bl40 (weizhong) und bilateral auf R3/Ni3 (taixi)). Die dritte Gruppe wurde auf diesen 8 Standardpunkten mit nicht-insertiver Akupunktur behandelt, die vierte mit Medikation, allgemeinärztlicher Therapie und Physiotherapie. Die Probanden erhielten in einem Zeitraum von sieben Wochen zehn Behandlungen. Nach acht Wochen zeigte sich bei 60 % der Patienten, die irgendeine Form von Akupunkturbehandlung erhalten hatten, eine Verbesserung bei Schmerzen und Funktion, während dies bei der konventionellen Therapie nur auf 39 % zutraf. Nach einem Jahr verzeichneten 65 % der Probanden, die individuelle oder standardisierte Akupunktur erhalten hatten, weiterhin eine Verbesserung ihres Zustands; bei der Sham-Akupunktur traf dies auf 59 % zu, bei der konventionell behandelten Gruppe auf 50 %. Nach acht Wochen ging der Einsatz von Medikamenten in den 3 Akupunkturgruppen auf 47 % zurück, in der konventionell behandelten Gruppe auf 59 %, und dieser Unterschied war auch nach einem Jahr noch festzustellen. (A randomized trial comparing acupuncture, simulated acupuncture, and usual care for chronic low back pain, Arch Intern Med, 11. Mai 2009, 169(9), 858-66) Akupunktur gegen menopausale Hitzewallungen Eine norwegische Studie untersuchte die Wirkung von Akupunktur bei Frauen mit menopausalen Hitzewallungen. Eine Hälfte von 267 postmenopausalen Frauen wurde mit individueller Akupunktur und Selbstbehandlung therapiert, die andere nur mit Selbstbehandlung. In der Akupunkturgruppe nahm die Häufigkeit der Hitzewallungen innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden um 5,8 Punkte ab, in der Kontrollgruppe um 3,7. Die Intensität der Hitzewallungen nahm in der Akupunkturgruppe um 3,2 Punkte ab, in der Kontrollgruppe um 1,8 Punkte. Statistisch signifikante Verbesserungen gegenüber der Kontrollgruppe zeigten sich bei der Akupunkturgruppe auch bei Vasomotorik, Schlaf und somatischen Kriterien. (The Acupuncture on Hot Flushes Among Menopausal Women (ACUFLASH) study, a randomized controlled trial, Menopause, Mai-Juni 2009, 16(3), 484-93) Akupunktur gegen Depressionen Eine Metastudie wertete von insgesamt 207 klinischen Studien diejenigen 20 aus, die den wissenschaftlichen Anforderungen genügten, und gelangte zu dem Ergebnis, dass Akupunktur eine wirksame Methode zur Behandlung verschiedener Formen von Depressionen ist. Die Wirksamkeit von Akupunktur als Monotherapie bei der Verbesserung der klinischen Reaktion und der Reduzierung der Symptomintensität bei schweren depressiven Störungen ist vergleichbar mit der von Antidepressiva, unterscheidet sich aber nicht von der von Sham-Akupunktur. Bei der Behandlung von Depressionen nach einem Schlaganfall war Akupunktur sogar den Antidepressiva überlegen. Außerdem waren die Nebenwirkungen bei Akupunktur signifikant geringer als bei Antidepressiva. (The effectiveness and safety of acupuncture therapy in depressive disorders, J Affect Disord, 24. Juli 2009, online-Veröffentlichung) Akupunktur senkt Erfordernis von Antidepressiva Eine chinesische Studie gelangte zu dem Ergebnis, dass Akupunktur als Ergänzung zur Standardtherapie den Einsatz von Medikamenten reduzieren und somit die Nebenwirkungen verringern kann. Eine Hälfte von 80 Patienten wurde sechs Wochen lang fünfmal wöchentlich mit standardisierter Verum-Akupunktur und täglich 10 mg Fluoxetin behandelt, die andere Hälfte erhielt Sham-Akupunktur und 20-30 mg Fluoxetin. Bei Beendigung der Behandlung zeigten sich in den Ansprachewerten auf die Therapie keine signifikanten Unterschiede (80 % bei Verum-Akupunktur, 77,5 bei Sham). Die Patienten der Verum-Gruppe verzeichneten jedoch im Vergleich zur Sham-Gruppe eine deutlichere Verbesserung bei Angstsymptomen und litten unter weniger Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Einnahme von Antidepressiva. (Combination of acupuncture and fluoxetine for depression: a randomized, double-blind, sham-controlled trial, J Altern Complement Med, August 2009, 15(8), 837-44) Akupunktur schützt bei Chemotherapie weiße Blutkörperchen Eine amerikanische Pilotstudie deutet darauf hin, dass Akupunktur bei Frauen, die sich aufgrund gynäkologischer Malignitäten einer Chemotherapie unterziehen, eine schützende Wirkung auf weiße Blutkörperchen haben kann. 21 Patientinnen mit Eierstockkrebs wurden eine Woche vor Beginn des zweiten Chemotherapiezyklus insgesamt zehnmal zwei- bis dreimal wöchentlich mit Verum- oder Sham-Akupunktur behandelt. In der Verum-Gruppe war am ersten Tag des dritten Chemotherapiezyklus der durchschnittliche Leukozytenwert signifikant höher als in der Kontrollgruppe (8600 Zellen/μL beziehungsweise 4400 Zellen/μL). Außerdem war das Auftreten von Leukopenie zweiten bis vierten Grades in der Verum-Gruppe signifikant geringer als in der Sham-Gruppe (30 % beziehungsweise 90 %). (Acupuncture for chemotherapy-induced neutropenia in patients with gynecologic malignancies: a pilot randomized, sham-controlled clinical trial, J Altern Complement Med, Juli 2009, 15(7), 745-53) Elektroakupunktur bei PCOS Nachdem ein schwedisches Forscherteam festgestellt hatte, dass Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) eine signifikant höhere Aktivität des sympathischen Nervensystems aufweisen, untersuchte es die Wirkung von Niederfrequenz-Elektroakupunktur (EA) und Physiotherapie auf die sympathische Aktivität eines Fasciculus des Nervus peronaeus. 20 Frauen mit PCOS wurden 16 Wochen lang entweder mit EA, mit Physiotherapie oder gar nicht behandelt. Sowohl bei der EA- als auch bei der Physiotherapiegruppe kam es zu einer Abnahme der sympathischen Nervenaktivität der Muskeln. Bei den hämodynamischen, endokrinen und metabolischen Werten ließ sich kein Unterschied zwischen den einzelnen Gruppen feststellen. (Low-frequency electroacupuncture and physical exercise decrease high muscle sympathetic nerve activity in polycystic ovary syndrome, Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol, August 2009, 297(2), R387-95) Forscher am selben Institut haben anhand von Tierversuchen nachgewiesen, dass EA und Physiotherapie die Expression von Markern für die sympathische Aktivität herunterfahren und die Eierstockmorphologie verbessern. Die Eierstöcke von Ratten, die mit EA oder Physiotherapie behandelt wurden, wiesen einen höheren Anteil an gesunden Antrumfollikeln und eine dünnere Theca interna-Zellschicht auf als die von nicht behandelten PCOS-Ratten. (Acupuncture and exercise restore adipose tissue expression of sympathetic markers and improve ovarian morphology in rats with dihydrotestosterone-induced PCOS, Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol, April 2009, 296(4), R1124-31) Akupunktur bei Karpaltunnelsyndrom genauso wirksam wie Steroide 77 Patienten mit leichtem bis mäßigem Karpaltunnelsyndrom (KTS) erhielten entweder vier Wochen lang Prednisolon (die ersten zwei Wochen 20 mg täglich, die zweiten zwei Wochen 10 mg täglich) oder acht Akupunkturbehandlungen. In beiden Gruppen kam es zu einer gleich starken Verbesserung der gesamten Symptome. Lediglich was nächtliches Erwachen anging, stellte sich in der Akupunkturgruppe in Woche vier ein signifikanter Rückgang ein. (Acupuncture in patients with carpal tunnel syndrome: A randomized controlled trial, Clin J Pain, Mai 2009, 25(4), 327-33) Akupunktur verbessert Regeneration nach Sport Taiwanesische Wissenschaftler behandelten 30 Basketballspieler entweder mit Akupunktur, Sham-Akupunktur oder gar nicht. Die Akupunktur wurde 15 Minuten vor dem Training auf Pc6/KS6 (neiguan) und S36/Ma36 (zusanli) begonnen und bis zur Erschöpfung der Probanden fortgesetzt. In der Sham-Gruppe wurde einen Zentimeter neben den Akupunkturpunkten genadelt. Bei der Akupunkturgruppe waren 30 Minuten nach dem Training Herzrate, Sauerstoffverbrauch und Laktatwerte signifikant niedriger als in den beiden anderen Gruppen. Auch 60 Minuten nach dem Training waren die Laktatwerte in der Akupunkturgruppe signifikant niedriger. (Effects of acupuncture stimulation on recovery ability of male elite basketball athletes, Am J Chin Med, 2009, 37(3), 471-81)
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