Tai Chi Qigong Wolfsburg  

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Forschung und Studien          siehe auch Senioren

Demenz  KnieArthrose  Asthma  Diabetes  Stressabbau  Herzerkrankungen  Gleichgewichtssinn  Schmerzen Schlaf  Blutdruck  Stimmung Chronic Fatigue

Mit Tai Chi Gleichgewichtsstörungen bekämpfen

"Gebrauche Yi (Intention, Absicht), nicht rohe Kraft (Muskelkraft)" heißt es einer der zehn Grundregeln des Tai Chi (chinesisches Schattenboxen), einer zunehmend auch in Deutschland beliebten Kampfkunst. Durch das Üben soll man in zunehmendem Maße in der Lage sein, den Energiefluss Qi in sich wahrzunehmen und schließlich zu kontrollieren. Es soll einerseits der Gesunderhaltung und Körperkontrolle dienen und andererseits im Kampf anwendbar sein - wobei der Kampfaspekt zunehmend in den Hintergrund tritt.

US-Wissenschaftler evaluierten nun den Nutzen von Tai Chi bei Patienten mit vestibulären Symptomen, bei denen eine konventionelle Therapie keinen Erfolg brachte. Dazu initiierten die Forscher eine Befragungsstudie von April 2008 bis März 2009 im Rahmen eines ambulanten Rehabilitationsprogramms, wobei sie die "activities-specific balance confidence scale" (ABC) und den "dynamic gait index survey" (DGI) jeweils vor Therapie und nach Abschluss eines achtwöchigen Zeitraums zugrunde legten. Unabhängige Variablen beinhalteten Compliance und Komorbidität. Ingesamt 21 Patienten (18 weibliche, 3 männliche) schlossen bisher die Studie ab. Die Teilnehmer berichteten subjektive Verbesserungen in ihren vestibulären Symptomen, widergespiegelt durch eine mittlere Verbesserung im ABC-Score. Auch der mittlere DGI-Score verbesserte sich.

Laut Meinung der Studienautoren belegt die Untersuchung einen Nutzen von Tai Chi als eine "alternative Form" von vestibulärer Rehabilitation, basierend auf subjektiven und objektiven Bewertungen. Dies könne an der Technik von Tai Chi liegen, bei der die Koordination durch Entspannung gefördert wird. (bsk)

13.10.2009 0:00 Quelle: Lee P. Tai Chi as a form of vestibular rehabilitation. American Academy of Otolaryngology – Head and Neck Surgery Foundation Annual Meeting 2009

Tai Chi freut die Knie

Für Patienten mit Arthritis im Knie ist Tai Chi empfehlenswert. In einer randomisierten

Studie verminderte das sanfte Schattenboxen im Vergleich zu einer leichten Gymnastik mit allgemeiner Gesundheitsedukation die Schmerzen signifikant und verbesserte neben der Gelenkfunktion auch Selbstwirksamkeitserleben, Depressivität und erkrankungsspezifische Lebensqualität. Die im Mittel 60jährigen und meist übergewichtigen Patienten hatten die TaiChiÜbungen drei Monate lang zweimal wöchentlich jeweils über 60 Minuten durchgeführt.

Arthritis Rheum 2009, 61:1545

Die Eignung von asiatischen Kampfsportarten in Deutschland zur Gesundheitsprävention

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund ständig steigender Gesundheitsausgaben gewinnt die Primärprävention immer mehr an Bedeutung. Asiatische Kampfsportarten sind von ihrem Ursprung her sehr eng verknüpft mit einer gesundheitsorientierten Zielsetzung. Gegenstand dieser Untersuchung ist es Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche gesundheitsbezogene Lebensqualität Kampfsportler im Vergleich zur allgemeinen Population aufweisen.

Zu diesem Zweck beantworteten von Februar 2008 bis Juli 2008 in 24 Kampfsportschulen (3 Schulen pro Kampfsportart) 343 Kampfsportler aus 8 verschiedenen Kampfsportarten in einem kontrollierten Setting, ohne das Ziel der Untersuchung zu kennen, den SF-36-Fragebogen.

Im Vergleich zu den bevölkerungsrepräsentativen Daten zeigen die Ergebnisse der Kampfsportler günstigere Relationen zwischen idealtypischer Skalenbreite zum festgestellten Wert pro Person. Die deutlichsten Ausprägungen sind in den körperlichen Funktionsskalen zu erkennen.

Es ist damit anzunehmen, dass sich Kampfsportarten als eine Methode für die Primärprävention eignen können. Es sind jedoch weitere Studien notwendig, die die komplexen Zusammenhänge zwischen der Ausübung von asiatischen Kampfsportarten und eines verbesserten Gesundheitszustands nachweisen.

Zeitschrift: Prävention und Gesundheitsförderung, 2010-05

Vorbeugen mit Tai-Chi

Nicht nur in China gilt die bewegte Meditation als gesund. In mehreren Punkten bestätigen inzwischen wissenschaftliche Arbeiten den guten Ruf des Schattenboxens.

Tai-Chi oder Schattenboxen hat wohl jeder schon einmal gesehen. Es wird meist in Gruppen durchgeführt, häufig im Freien, zum Beispiel im Park. In China ist Tai-Chi ein Volkssport und hat den Ruf, der Gesundheit zuträglich zu sein. Beobachter sind meist beeindruckt von den meditativen Bewegungen, die fast wie in Zeitlupe unter spürbarer Konzentration der Übenden ablaufen.

Inzwischen existieren zahlreiche klinische Studien, die diese These auch wissenschaftlich überprüfen.

Zwölf Studien testen die Wirksamkeit des Tai-Chi bei Osteoarthrose. Ihre Schlussfolgerungen sind nicht völlig einheitlich, aber zumindest einige Untersuchungen sprechen für einen günstigen Einfluss auf Schmerz und Funktion.

  • Neun Studien prüfen, ob Tai-Chi das Herz-Kreislauf-Risiko reduziert. Hier scheint die Antwort relativ einheitlich positiv auszufallen, insbesondere zeigt sich eine Normalisierung erhöhter Blutdruckwerte.

  • Ob Tai-Chi zudem auch die Blutzuckerspiegel bei Diabetikern senkt, ist dagegen weniger klar.

  • Sieben Studien existieren zu der Frage, ob Tai-Chi bei Osteoporose wirksam ist. Obschon es einige positive Hinweise gibt, ist die Datenlage hier letztlich nicht überzeugend.

  • Wohl am besten belegt ist die Wirksamkeit des Tai-Chi bei der Prävention von Stürzen älterer Menschen. Dies ist ein ganz erhebliches Problem: Wegen zunehmender Gangunsicherheit in höherem Alter fallen Senioren häufig hin und verletzen sich dabei. Die Folge kann eine Fraktur mit langem Krankenhausaufenthalt oder gar Tod sein. Mit Tai-Chi gelingt es, solchen Zwischenfällen effektiv vorzubeugen. Von Edzard Ernst

Taiji gegen Arthritis
Einer australischen Metastudie zufolge führt Taiji zur Linderung muskuloskeletaler Schmerzen und zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.
(The effectiveness of Tai Chi for chronic musculoskeletal pain conditions: a systematic review and meta-analysis, Arthritis Rheum, 15. Juni 2009, 61(6), 717-24)

Taiji verbessert Gleichgewichtsgefühl nach Schlaganfall
160 Patienten, die mehr als sechs Monate zuvor einen Schlaganfall erlitten hatten, machten 12 Wochen lang entweder Taiji oder allgemeine Übungen.
Die Teilnehmer wurden an der Baseline sowie nach 6, 12 und 18 Wochen untersucht. Dabei zeigte die Taiji-Gruppe in allen Balancetests größere 
Fortschritte als die Kontrollgruppe. Die Wirkung hielt auch noch sechs Wochen nach Beendigung des Taiji-Übens an. 
(Short-form Tai Chi Improves Standing Balance of People With Chronic Stroke, Neurorehabil Neural Repair, 1. Juni 2009, 23 (5), 215-22)
 
Psychophysiologische Wirkung von Qigong
Eine Metastudie gelangte bei der Auswertung 26 veröffentlichter klinischer Studien zu dem Ergebnis, dass Qigong eine positive Wirkung auf die Blutwerte
hat (Erhöhung der Zahl der Lymphozyten, Senkung des Cholesternspiegels), auf die Herzfunktion (Erhöhung des Schlagvolumens, frühe transmitrale 
Spitzenfüllgeschwindigkeit ???, späte transmitrale Spitzenfüllgeschwindigkeit ???, Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks), auf die 
Lungenfunktion (Erhöhung der exspiratorischen Vitalkapazität und der exspiratorischen Einsekundenkapazität) und auf die Stimmung (Depressionswerte).
Die Autoren führen diese Veränderungen auf Stressreduzierung über Nerven-, Endokrin- und Immunsystem zurück. 
(Psychophysiological outcomes of health qigong for chronic conditions: a systematic review, Psychophysiology, März 2009, 46 (2), 257-69; online 
Veröffentlichung am 21. Januar 2009)
 

Neue Qigongstudien

Eine randomisierte Pilotstudie gelangte zu dem Ergebnis, dass 8 Wochen Qigong bei Personen mit traumatischen Hirnverletzungen im Gegensatz zur

Kontrollgruppe Selbstwertgefühl und allgemeine Stimmung verbesserten.

(Exercise intervention in brain injury: a pilot randomized study of Tai Chi Qigong, Clin Rehabil, 1. Juli 2009, 23(7), 589-98)

 

Spanische Forscher haben festgestellt, dass einmonatiges Qigong-Üben psychologisches Wohlbefinden und die Schlafdauer verbesserten.

(Serum cytokines, mood and sleep after a qigong program: is qigong an effective psychobiological tool? J Health Psychol, Januar 2009, 14(1), 60-67)

 

Eine Auswertung von Taiji- und Qigong-Studien mit 3799 Patienten über 55 hat ergeben, dass Taiji und Qigong die Körperfunktion verbessern und Blutdruck,

Sturzgefahr, Depressionen und Angstgefühle reduzieren können. Die Autoren weisen darauf hin, dass keine der ausgewerteten Studien auf die Frage einging,

wie die spirituellen Aspekte von Taiji und Qigong zu erfolgreichem Altern beitragen könnten.

(A review of clinical trials of tai chi and qigong in older adults, West J Nurs Res, März 2009, 31(2), 245-79)

 

Qigong gegen Stress

Eine amerikanische Studie hat sich mit der Auswirkung von Qigong auf Stresserscheinungen bei Krankenhauspersonal befasst. Bei den Personen, die sechs Wochen lang Qigong übten,

zeigte sich gegenüber der Kontrollgruppe ein signifikanter Rückgang des wahrgenommenen Stress und der Schmerzintensität.

(Qigong stress reduction in hospital staff, J Altern Complement Med, Okt. 2008, 14(8), 939-45)

 
Taiji bei rheumatoider Arthritis
 Bei Personen, die zwölf Wochen lang zweimal wöchentlich Taiji übten, zeigte sich im Gegensatz zur Kontrollgruppe eine 20-prozentige Verbesserung auf der ACR-Skala 
(American College of Rheumatology). (Tai Chi improves pain and functional status in adults with rheumatoid arthritis: results of a pilot single-blinded randomized controlled trial,
 Med Sport Sci, 2008, 52, 218-29)
 
Taiji bei Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew)
 Im Gegensatz zur Kontrollgruppe zeigte sich bei Personen, die acht Wochen lang unter Anleitung zweimal wöchentlich und zu Hause täglich Taiji übten, eine signifikante Verbesserung in
 Hinblick auf Krankheitsaktivität, Gelenkigkeit und Depressivität. 
(Tai chi for disease activity and flexibility in patients with ankylosing spondylitis – a controlled clinical trial, Evid Based Complement Alternat Med, Dez. 2008, 5(4), 457-62)
 
Mit Taiji schlafen alte Menschen besser
Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass sich das Schlafverhalten alter Menschen mit moderaten Schlafstörungen, die Taiji übten, im Vergleich zur Kontrollgruppe in signifikantem 
Maß besserte. (Improving sleep quality in older adults with moderate sleep complaints:
A randomized controlled trial of Tai Chi Chih, Sleep, 1. Juli 2008, 31(7), 1001-8)


Taiji reduziert Blutdruck Die systematische Auswertung von Studien zur Wirkung von Taiji auf den Blutdruck ist zu dem Ergebnis gelangt, dass Taiji Bluthochdruck senken kann. (The effect of tai chi exercise on blood pressure: a systematic review, Prev Cardiol, Frühling 2008, 11(2), 82-89)
30 Minuten Qigong genügt, um die Stimmung zu heben Eine Studie ist zu dem Ergebnis gelangt, dass sich die Auswirkung von 30-minütigem Qigong-Üben auf die Stimmung nicht von der Wirkung unterschied, die 60-minütiges Üben hatte. (Acute psychological responses to qigong exercise of varying durations, Am J Chin Med, 2008, 36(3), 449-58)
Qigong wirkt sich positiv auf chronische Ermüdungserscheinungen aus Eine britische Studie hat gezeigt, dass tägliches 15-minütiges Qigong-Üben zu einem signifikanten Rückgang chronischer Ermüdungserscheinungen führte und sich positiv auf Vitalität,
Schlafverhalten, gesellschaftliche Aktivitäten, Gesundheit und psychisches Befinden auswirkte.
(Qigong ameliorates symptoms of chronic fatigue: a pilot uncontrolled study, eCAM, 15. Juli 2008, doi:10.1093/ecam/nem088)

Demenz   Im Frühstadium einer Demenz kann eine Kombination von kognitiver Verhaltenstherapie, Tai chi und Qigong den mentalen, psychischen und körperlichen Abbau verlangsamen. Das zeigt eine kleine Studie der Universität von Illinois.  Die Untersuchung unter Leitung von Prof. Sandy Burgener zeigt, dass Patienten in frühen Stadien einer Demenzerkrankung eindeutig von nicht-medikamentöser Therapie profitieren. Im Rahmen der Studie unterzogen sich 24 Patienten über 40 Wochen einem intensiven Programm, das aus

  • kognitiver Verhaltenstherapie und Selbsthilfegruppen in 14-tägigen Abständen sowie
  • drei wöchentlichen Anwendungen von Tai chi (chinesisches Schattenboxen) und Qigong

bestand. Die 22-köpfige Vergleichsgruppe stieg erst nach Ablauf von 20 Wochen in dieses Programm ein. Innerhalb der ersten 20 Therapiewochen verbesserten die Teilnehmer der Therapiegruppe verschiedene motorische Fertigkeiten, unter anderem Balance und die Kraft der Unterschenkel. Ebenso waren Fortschritte in kognitiver und psychischer Hinsicht zu verzeichnen. Während das Selbstbewusstsein bei den Mitgliedern der Vergleichsgruppe deutlich nachließ, nahm es bei den Teilnehmern der Therapiegruppe zu. Die Entwicklung depressiver Tendenzen ließ sich in der Therapiegruppe zwar nicht völlig aufhalten, ging aber erheblich langsamer voran. Die zweiten 20 Wochen des Behandlungsprogramms erbrachten keine zusätzlichen Fortschritte, doch immerhin stabilisierte sich das innerhalb der ersten 20 Wochen erzielte Resultat. Die ursprünglich mit zwei Zehnergruppen konzipierte Studie wurde aufgrund der starken Nachfrage mit 46 Teilnehmern gestartet. Und auf Wunsch der Teilnehmer wurde es nach Abschluss der 40 Wochen bis jetzt weitergeführt - über mehr als drei Jahre. Ihre Einzelbeobachtungen seien noch um einiges eindrucksvoller als die statistisch fassbaren Resultate, betont Burgener: "Die Patienten waren glücklicher, wenn sie in der Therapiegruppe mitmachen konnten. Zwei Männer kamen mit Gehwagen in die Gruppe, um sie ohne Hilfen zu verlassen. Einer von ihnen ist seit drei Jahren in der Tai-chi-Gruppe und immer noch auf den eigenen Beinen unterwegs."  (Quelle: Am J Alzh Dis 23 (2008) 382-394)    

Tai Chi  (Taiji)  lindert Knieschmerzen - Patienten mit Arthrose des Kniegelenks reagieren gut auf eine Behandlung mit Tai chi. Tai Chi hat seine Effizienz in einer Studie bewiesen, die jetzt auf dem Jahrestreffen der US-Rheumatologen vorgestellt wurde. An der Studie unter Leitung von Dr. Chenchen Wang vom Tufts Medical Center in Boston nahmen 40 Patienten in einem durchschnittlichen Alter von 65 Jahren teil, die etwas übergewichtig waren und seit rund zehn Jahren an Gonarthrose litten. Über zwölf Wochen hinweg nahmen sie zweimal wöchentlich für jeweils eine Stunde an einem Tai-chi-Kurs teil oder absolvierten konventionelle Stretching- und Wellnessübungen. Der Erfolg der Intervention wurde anhand des WOMAC-Index und von ärztlichen Untersuchungsbefunden ermittelt, die vor und nach der zwölfwöchigen Therapie sowie nach 24 und 48 Wochen erhoben wurden. Sowohl kurz- als auch längerfristig waren signifikante Vorteile für die Teilnehmer an der Tai-chi-Gruppe zu registrieren. Wang zufolge könnte sich Tai chi zu einem effektiven Hilfsmittel für das Selbstmanagement von Gonarthrose-Patienten entwickeln, das sich - angesichts der geringen Teilnehmerzahl - aber noch in umfangreicheren Untersuchungen bewähren müsse.(Quelle: www.rheumatology.org)

Taiji bei Kindern mit Asthma
30 asthmatische Kinder nahmen entweder an einem 12-wöchigen Taiji-Kurs teil oder erhielten keine Behandlung. Nach 12 Wochen wiesen die Kinder, die Taiji geübt hatten, gegenüber der Kontrollgruppe eine signifikante Verbesserung der Lungenfunktion auf.
(Tai Chi Chuan training improves the pulmonary function of asthmatic children, J Microbiol Immunol Infect, Februar 2008, 41 (1), 88-95) 

Taiji bei Diabetes
Taiji kann die Blutmarker von Typ-2-Diabetes verbessern. Eine britische Studie untersuchte die Auswirkungen eines 12-wöchigen Taiji-Übungsprogramms auf die T-Helferzellenaktivität bei 30 Patienten mit Typ-2-Diabetes und 30 gesunden gleichaltrigen Personen. Nach 12 Wochen sanken bei den Diabetespatienten die überzuckerten Hämoglobinwerte in einem signifikanten Maß. Die Werte von entzündungshemmendem Zytokin Interleukin-12 verdoppelten sich. Gleichzeitig sanken die Werte von entzündungsförderndem Interleukin-4. Auch die T-Zellenaktivität nahm in signifikantem Maß zu. (Regular Tai Chi Chuan exercise improves T cell helper function of Type 2 DM patients with an increase in T-bet transcription factor and IL-12 production, Br J Sports Med, E-Publikation vom 2. April 2008, erscheint demnächst im Druck)
Bei einer zweiten Studie mit elf Diabetespatienten mittleren und höheren Alters führte ein 12-wöchiges Taiji- und Qigongübungsprogramm zu einem signifikanten Rückgang der Blutglukosewerte und zu signifikanten Verbesserungen anderer Indikatoren des metabolischen Syndroms. Nach 12 Wochen hatten sie im Schnitt 3 kg abgenommen, und ihr Taillenumfang war durchschnittlich 3 cm zurückgegangen. Auch ihr Blutdruck und ihre Insulinresistenz verbesserte sich in signifikantem Maß. Die Teilnehmer erklärten, sie schliefen besser, hätten mehr Energie sowie weniger Schmerzen und weniger Essensgelüste. (A preliminary study of the effects of Tai Chi and Qigong medical exercise on indicators of metabolic syndrome and glycaemic control in adults with elevated blood glucose, Br J Sports Med, 2. April 2008, erscheint demnächst im Druck)
Zwei andere Studien, die keine positiven Auswirkungen von Taiji auf Diabetessymptome feststellen konnten, führten dies darauf zurück, dass die geübten Taiji-Formen möglicherweise nicht intensiv genug waren, um eine Wirkung hervorzurufen.
(Effects of Tai Chi on glucose homeostasis and insulin sensitivity in older adults with type 2 diabetes: a randomised double-blind sham-exercise-controlled trial, Age Aging, Januar 2008, 37(1), 64-71) und (Health benefits of Tai Chi for older patients with type 2 diabetes: the ‚More It For Diabetes study’ – a randomized controlled trial, Clin Interv Aging, 2007, 2(3), 429-39) 

Taiji bei metabolischem Syndrom

Eine australische Pilotstudie mit elf Teilnehmern deutet darauf hin, dass ein 12-wöchiges Taiji- und Qigong-Übungsprogramm zu signifikanten Verbesserungen bei vier der sieben Indikatoren für metabolisches Syndrom führt, darunter Body-Mass-Index, systolischer und diastolischer Blutdruck; außerdem bei Glykohämoglobinwerten, Insulinresistenz, Stress, depressiven Symptomen, körperlichem und psychischem Befinden und Vitalität.

(A preliminary study of the effects of Tai Chi and Qigong medical exercise on indicators of metabolic syndrome, glycaemic control, health related quality of life, and psychological health in adults with elevated blood glucose, Br J Sports Med, 16. Okt. 2008)

Taiji zum Stressabbau
Eine Pilotstudie, in deren Verlauf junge Erwachsene 18 Wochen lang Taiji übten, hat eine Verbesserung ihres subjektiven Gesundheitsempfindens ergeben. Auch Stress, der sowohl subjektiv (mittels Fragebögen) als auch objektiv (mittels Bestimmung der Cortisolwerte im Speichel) gemessen wurde, nahm beim Üben von Taiji ab.
(Mind/body techniques for physiological and psychological stress reduction: stress management via Tai Chi training – a pilot study, Med Sci Monit, November 2007, 13(11), CR488-497)

Tai Chi (Taiji) bei Herzversagen Taiji kann bei Patienten mit chronischem Herzversagen für tieferen Schlaf sorgen. Nach einem 12-wöchigen Taiji-Übungsprogramm zeigte sich ein signifikanter Anstieg der EEG-Parameter, die auf tieferen Schlaf hindeuten. Damit einher gingen ein Anstieg der gesundheitsspezifischen Lebensqualität sowie ein Sinken des Blutdrucks und ein Rückgang der Wahrscheinlichkeit von Arrhythmien. (Enhancement of sleep stability with Tai Chi exercise in chronic heart failure: Preliminary findings using an ECG-based spectrogramm method, Sleep Med, E-Publikation vom 2. August 2007
Eine andere Studie mit 52 Patienten mit chronischem Herzversagen ergab, dass sich durch Taiji zwar die objektiven Belastungstoleranz-Messwerte nicht signifikant besserten, dass sich aber bei den Taiji-Übenden gegenüber der Kontrollgruppe eine Besserung der Symptomwerte von Herzversagen und Depressivität einstellte. (An evaluation of the effects of Tai Chi Chuan and Chi Kung training in patients with symptomatic heart failure: a randomised controlled pilot study, Postgrad Med J, November 2007, 83(985), 717-21)  

Wie verbessert Taiji den Gleichgewichtssinn Eine Studie mit 49 gesunden älteren Menschen hat gezeigt, dass ein breiterer Stand und eine verbesserte Verarbeitung des vestibulären Inputs (sensorische Informationen seitens des Innerohrs, das zu erkennen gibt, wie sich der Körper in Relation zu Raum und Schwerkraft bewegt) zwei Mechanismen sind, mithilfe deren Taiji möglicherweise den Gleichgewichtssinn verbessert. (Effect of combined Taiji and Qigong training on balance mechanisms: a randomized controlled trial of older adults, Med Sci Monit, August 2007, 13(8), CR 339-48
Dass Taiji zu einer Verbesserung des Gleichgewichtssinns und zu einem Rückgang von Stürzen führt, hat eine große australische Studie mit 702 gesunden Personen mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren gezeigt, die 16 Wochen lang Taiji-Unterricht hatten.
(A Randomized, controlled trial of tai chi for the prevention of falls: the Central Sidney tai chi trial, J Am Geriatr Soc, August 2007, 55(8), 1185-91)

Qigong zur Schmerzbekämpfung
Chinesische Forscher untersuchten mittels fMRT die Vorgänge im Gehirn von vier Qigong-Meistern, wenn sie Qigong übten, nachdem sie einem schmerzhaften Stimulus ausgesetzt worden waren. Nach 15-minütigem Üben zeigte sich in vielen bis dahin aktivierten Hirnbereichen eine verminderte Aktivität. Lediglich in der SII Insula ließ sich eine erhöhte Reaktionsamplitude feststellen.
(MRI study of pain reaction in the brain under state of Qigong, Am J Chin Med, 2007, 35(6), 937-45) 

 

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