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Qigong
Die Bedeutung von Qi (Ch`ì) läßt sich durch kein Wort unserer Sprache
erschöpfend widergeben. Es gibt viele Erläuterungen, wie Lebenskraft,
Lebensenergie, Energie, Atem, Odem, Geist, Hauch,Gas, Dampf, Pneuma u.a.
"Qi ist die Quelle des menschlichen Daseins."
Nan Ching
Jeder Organismus
bekommt bei der ersten Zellteilung im Mutterleib seine individuelle
Grundlebensenergie mit auf den Weg. Diese Lebensenergie erhalten wir uns durch
die täglich aufgenommene Nahrung, durch Luft, Licht und freudige positive
Erlebnisse.
Die ¨alten Chinesen¨ ordneten die Lebensenergie nach
den zwei Komponenten YIN und YANG. YIN ist das Weibliche, Irdische, Negative
(aber nicht im Sinne von wertend, sondern nur unterscheidend), Feuchte, Kälte,
verallgemeinert auch die Nahrung. YANG ist das Männliche, Kosmische, Positive,
Heiße, Helle - verallgemeinert auch Luft und Licht. Beide Energiequalitäten sind
gleich wichtig und befinden sich beim Gesunden in einem harmonisch-dynamischen
Fließgleichgewicht!
Damit die Energie auch zirkulieren kann, benötigt
sie ein Bahnensystem, die Meridiane. Auch hier unterscheidet man YIN- und
YANG-Meridiane. Die YIN-Meridiane beginnen am Fuß, ziehen über die Innenseite
des Beines zur Brust, über die Vorderseite der Schulter, durch die Ellenbeuge
zur Handinnenseite. An den Fingerkuppen übergeben die YIN-Meridiane ihre Energie
an die YANG-Meridiane, die von den Fingerspitzen über den Ellenbogen, die
Schulter von hinten zum Kopf, über den Rücken, die Beine von hinten auf der
Außenseite bis zu den Zehen ziehen. Hier schließt sich der Kreislauf. Wir
sprechen deshalb auch von einem Energiekreislauf
"Das Leben des Menschen ist eine Ansammlung von Qi. Sammelt es sich, so
entsteht Leben, zerstreut es sich, bedeutet es den Tod." (Zhuang Dzi)
"Der Mensch lebt inmitten von Qi, und Qi erfüllt den Menschen, von Himmel und
Erde bis zu den Zehntausend Wesen, alles bedarf des Qi um zu leben. Wer das Qi
zu führen weiß, nährt im Innern seinen Körper und wehrt nach Außen hin
schädigende Einflüsse ab." (Baopuzi, 4. Jahrhundert n. Chr.)
Das "wahre Qi" ist in jedem Menschen stets in einem Fließgleichgewicht vorhanden
und wird je nach Lebensführung gestärkt oder geschwächt.
Ziel aller Qigong Übungen ist die Kultivierung des "wahren Qi".
Qigong setzt sich zusammen aus “Qi”, das hier als “Lebensenergie” interpretiert
werden kann und “Gong” = “arbeiten oder beharrliches Üben" - Beharrlich üben,
um die Lebensenergie zu bewahren. Übungen zur Lebenspflege (Yangsheng - nähren
und kultivieren des Lebens)
Qigong-Übungen sind gesundheitsfördernde Übungen der traditionellen chinesischen
Medizin.
Qigong ist ein Sammelbegriff für vielfältige Übungsmethoden, die in China
entwickelt wurden und sich in unterschiedlicher Weise mit der Lebenskraft,
Lebensenergie beschäftigen.
Die Tradition der Qigong-Übungen lässt sich bis vor unsere Zeitrechnung
zurückverfolgen. Im Rahmen der traditionellen chinesischen Heilkunde stellt
Qigong deren aktiven Teil dar, den Weg des Übens, des eigenen Bemühens um
Gesunderhaltung und Heilung - Yangsheng - Pflege des Lebens.
durch regelmäßiges Üben
-
wird der ganze Körper und Bewegungsapparat gestärkt
-
stabilisieren sich Immun- und Nervensystem
-
es kommt zur Korrektur von Haltung oder struktureller Dysbalancen
-
die Funktionen der inneren Organe werden harmonisiert
-
die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit wird gesteigert
-
Qigong als Stessmenagement - es kommt zu emotionalem Gleichgewicht und
innerer Ruhe, zu einem besseren Energiefluß
Qigong-Übungen verkürzen die
Rekonvaleszens, fördern die selbstständige Heilung und senken damit die Kosten
bei Klinikaufenthalten.
Qigong im "Alter" - Qigong
für Senioren
Menschen in unserem Kulturraum werden immer älter.
Der Zugewinn an Lebensjahren wird oft von chronischen Krankheiten und dadurch
verminderter Lebensqualität begleitet. Degenerative Erkrankungen des Skeletts
mit den damit verbundenen Schmerzen, Hypertonie, Diabetes,
Herz-Kreislauferkrankungen und Osteoporose treten vermehrt mit zunehmendem
Lebensalter auf, welche mit Qigong-Übungen positiv beeinflußt werden.
Mit Qigong können Zuversicht, Sicherheit und die Freude an der Bewegung wieder
aktiviert werden. Gleichgewicht, Stabilität des Standes und des Ganges werden
gefördert.
Bei einer Studie mit 200 Probanden - 70 Jahre und älter - wies die Gruppe, die
regelmäßig
Tai Chi
(Taiji)
übte im Vergleich zu einer Gymnastikgruppe eine deutlich verringerte Frequenz
von Stürzen auf. (Wolf,1996)
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