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Tai Chi Qigong
Wolfsburg
Tai Chi hilft gegen Osteoporose - Tai Chi als Gesundheitspflege für Senioren
(Forschung)
Tai Chi / Qigong
Kurse für Senioren
Osteoporose vorbeugen
Schwache Knochen, die leicht brechen: So zeigt sich
Osteoporose. Viele Menschen fürchten sich vor dieser Erkrankung, und
tatsächlich wird sie für über 70-Jährige öfter zum Problem. Es gibt jedoch viele
Möglichkeiten, die Knochen zu schützen und zu kräftigen - auch dann noch, wenn
man älter wird.
Eine gute Vorbeugung ist besonders für Frauen wichtig, denn sie entwickeln
häufiger eine Osteoporose als Männer. Etwa eine von fünf deutschen Frauen im Alter von
etwa 80 Jahren hat dünne, brüchige Knochen. Die Gefahr von Knochenbrüchen steigt
für beide Geschlechter ab etwa dem 75. Lebensjahr stark an. Doch gesunde Knochen
sind für alle Erwachsenen wichtig. Lesen Sie weiter, um herauszufinden, was Sie
jetzt tun können, um Ihre Knochen zu schützen und für ein gesünderes Alter
vorzusorgen.
Was ist Osteoporose und warum brechen die Knochen leichter, wenn wir älter werden?
Knochen müssen jeden Tag vielfältige Belastungen aushalten. Sie tragen unser
Körpergewicht und stehen unter hohem Druck, wenn wir stehen und uns bewegen. Die
äußere Knochenschicht (Kompakta) ist deshalb fest und stabil. Sie ist von der
dünnen, harten Knochenhaut (Periost) überzogen.
Der innere Teil besteht aus einem Gerüst aus feinen Knochenbälkchen (Trabekel).
Dieses innere Knochengerüst ist wie ein Schwamm aufgebaut und heißt Spongiosa.
In den Zwischenräumen der Spongiosa befindet sich das Knochenmark. Hier werden
die Blutzellen produziert.
Osteoporose entsteht, wenn viele der Knochenbälkchen in der Spongiosa
einbrechen und sich dadurch größere Hohlräume bilden. Dies macht die Knochen
porös; die Feinstruktur der Knochen verändert sich, sie werden spröde. Sie
können schließlich so brüchig werden, dass manchmal schon ein Stolpern oder das
Heben einer schweren Einkaufstasche zu einer Knochenfraktur (Bruch) führen.
Knochen der Wirbelsäule (Wirbelkörper) können auch einbrechen, ohne dass man es
bemerkt. Ein solcher Bruch wird "Vertebralfraktur" genannt und verursacht in den
meisten Fällen keine oder nur geringe Beschwerden. Er ist einer der häufigsten
osteoporosebedingten Knochenbrüche, zusammen mit Frakturen der Hüftknochen, des
Oberarms und des Handgelenks.
Eine Osteoporose ist ein Grund dafür, dass viele ältere Menschen eine gebückte
Haltung haben und manche einen "Buckel" im oberen Bereich der Wirbelsäule
bekommen.
Wie verändern sich unsere Knochen, wenn wir älter werden?
Knochen sind lebendes Gewebe. Sie werden während unseres ganzen Lebens umgebaut.
Altes Knochengewebe wird fortwährend durch neues ersetzt. Bestimmte Zellen
(Osteoblasten) bauen neues Knochengewebe auf, und andere Zellen (Osteoklasten)
beseitigen alte Knochenzellen. Dieser Umbauprozess wird von Hormonen gesteuert
und "Knochen-Turnover" (englisch für Umsatz) genannt.
Knochen enthalten viele Mineralstoffe. Das wichtigste Knochenmineral ist
Kalzium. Es macht die Knochen hart und widerstandsfähig. Je mehr
Kalzium der Knochen enthält, desto dichter ist er. Die Dichte eines Knochens
entscheidet über seine Stärke und Belastbarkeit: Eine hohe Knochendichte kann
vor Brüchen schützen. Aber auch die Feinstruktur eines Knochens ist wichtig für
seine Stabilität.
Bei Kindern und jungen Erwachsenen wird mehr neuer Knochen gebildet, als Knochen
abgebaut wird. Dadurch wachsen die Knochen, sie werden schwerer und dichter. Im
Alter von etwa 30 Jahren haben unsere Knochen ihre maximale Stabilität erreicht.
Danach verändert sich der Knochen-Turnover langsam: Es wird mehr Knochen ab- als
aufgebaut. Ab etwa 50 Jahren beschleunigt sich der Knochenabbau. Bei Frauen
spielen auch die Wechseljahre eine Rolle, denn das weibliche Hormon Östrogen
verlangsamt den Knochenabbau. Wenn die Wechseljahre begonnen haben und der
Hormonspiegel sinkt, geht dieser Schutz verloren und der Knochen wird schneller
abgebaut.
Älter zu werden bedeutet zwar nicht, dass man automatisch an einer
Osteoporose erkrankt. Das Osteoporose risiko wird mit zunehmendem Alter jedoch höher, und Menschen über
70 haben sehr häufig brüchige Knochen.
Was sind die Hauptrisikofaktoren für
Osteoporose
Genetische Faktoren und die Knochengesundheit während des Heranwachsens
beeinflussen den Alterungsprozess der Knochen und das Risiko, im Alter eine
Osteoporose zu entwickeln. Die Hauptrisikofaktoren für
Osteoporose sind:
- Alter: Männer über 65 Jahre und Frauen, die die Wechseljahre hinter sich
haben
- Geringes Körpergewicht (im Verhältnis zur Körpergröße)
- Schlechte Ernährung, die zu
Kalzium - und / oder Vitamin-D-Mangel führt
- Bewegungsmangel
- Familiäres Risiko, wenn mehrere Verwandte
Osteoporose haben
- Rauchen
- Kortisoneinnahme über längere Zeit und
- Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Schilddrüsenprobleme
Mit den Faktoren
Kalzium, Ernährung und Bewegung beschäftigen wir uns weiter unten. Zusammen
mit einer Einschränkung des Zigarettenkonsums sind dies die wichtigsten
Ansatzpunkte, um das eigene
Osteoporose risiko zu senken.
Raucherinnen und Raucher im mittleren und höheren Alter haben ein höheres Risiko
für Frakturen der Hüftknochen als Nichtraucher. Es gibt viele wissenschaftliche
Theorien, warum das Rauchen der Knochengesundheit schaden könnte. Zum Beispiel
wird vermutet, dass Nikotin oder Cadmium toxisch (giftig) auf die Knochen wirken
könnten oder dass das Rauchen die Kalziumaufnahme in den Knochen behindern könnte.
Es ist unklar, wie stark das Risiko für Knochenbrüche sinkt, wenn man mit dem
Rauchen aufhört. Die Ergebnisse einiger Studien legen nahe, dass mit dem
Aufhören auch die Knochenschädigung durch das Rauchen gestoppt werden könnte.
Wenn Sie wissen möchten, welche Entwöhnungsstrategien sich als erfolgreich
herausgestellt haben, können Sie hier mehr lesen.
In diesem Merkblatt informieren wir über die sogenannte primäre
Osteoporose. Im Gegensatz zur primären wird eine sekundäre
Osteoporose durch ein anderes Gesundheitsproblem verursacht - zum Beispiel,
wenn die Knochen infolge einer Erkrankung oder durch eine längere
Kortisoneinnahme brüchig werden.
Wie kann ich genug Kalzium zu mir nehmen, um mein Osteoporose risiko zu senken? Wie wichtig ist zusätzliches Vitamin D?
In jedem Alter ist Kalzium ein wichtiger Teil unserer Ernährung. Außer für die Knochen ist es
unter anderem für die Zähne und die Nägel wichtig. Wenn wir älter werden,
benötigen wir sogar noch mehr Kalzium, damit weiterhin ausreichend Knochenmasse aufgebaut werden kann. Um
Ihren Körper dabei zu unterstützen, können Sie darauf achten, sich möglichst
kalziumreich zu ernähren. Es kann allerdings schwierig sein, allein durch die
Ernährung genügend Kalzium aufzunehmen. Wenn es nicht gelingt, sich möglichst kalziumreich zu
ernähren, können Kalzium präparate zur Nahrungsergänzung möglicherweise sinnvoll sein. Was
wichtig zu beachten ist, wenn Sie beabsichtigen, ein Nahrungsergänzungsmittel
einzunehmen, können Sie in unserem Merkblatt nachlesen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Frauen nach den Wechseljahren
und Männern über 65 die Aufnahme von täglich mindestens 1300 mg, aber nicht mehr
als 3000 mg Kalzium. Die Empfehlungen anderer Organisationen oder einzelner Länder sind
unterschiedlich und reichen von 1000 mg täglich bis zu den 1300 mg, die auch die
WHO empfiehlt. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) setzt die
Obergrenze für die Kalzium aufnahme bei 2500 mg pro Tag an.
Sie können Kalzium mit Ihrer normalen Ernährung zu sich nehmen, aber auch über Kalziumpräparate. Alle
Kalziumquellen tragen dazu bei, Ihre Knochen zu stärken und Ihr
Osteoporoserisiko zu senken. Die besten wissenschaftlichen Nachweise dazu,
was Sie von einer regelmäßigen Kalziumaufnahme erwarten können, liefert eine zusammenfassende Analyse
verschiedener Studien zu Kalziumpräparaten, an denen insgesamt fast 64.000 Menschen teilgenommen
haben. Für Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer über 70 Jahre, die regelmäßig
Kalziumtabletten nahmen, zeigte sich ein deutlicher Nutzen. Für jüngere
Menschen blieb es dagegen unklar, welche Wirkung sie von einer längerfristigen
Einnahme von Kalziumpräparaten erwarten können.
Einer von 63 Personen, die die Nahrungsergänzungspräparate eingenommen hatten,
blieb ein Knochenbruch erspart - selbst wenn sie die Präparate nicht regelmäßig
eingenommen hatte. Von den Teilnehmenden mit höherem Knochenbruch-Risiko, die
die Tabletten sehr regelmäßig genommen hatten, blieb sogar eine von 30 Personen
vor einer Fraktur geschützt. Diese Ergebnisse gelten für einen Zeitraum von
unter vier Jahren - der gesamte Nutzen einer Einnahme über eine noch längere
Zeit ist unbekannt. Die Botschaft ist jedoch klar: Selbst wenn Sie schon 70
Jahre alt sind, können Sie Ihr Knochenbruch-Risiko durch die Einnahme von
Kalziumpräparaten senken.
Eine unerwünschte Wirkung, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
durch die Analyse dieser Studien identifizieren konnten, war ein etwas
häufigeres Auftreten von Nierensteinen. In einer sehr großen Studie bekamen
zusätzlich 4 von 1000 Frauen Nierensteine, die Präparate aus
Kalzium und Vitamin D eingenommen hatten. "Zusätzlich" meint hier: im
Vergleich zu den Frauen, die wirkstofffreie Präparate (Placebos) bekamen. Warum
die Nierensteine entstanden sind, ist unklar. Nach Aussagen der WHO könnte der
Grund dafür das Vitamin D gewesen sein. Wir wissen jedoch nicht, ob die Einnahme
von Kalziumpräparaten ohne Zusatz von Vitamin D das geringe Risiko für
Nierensteine aufhebt. Falls Sie sich Sorgen machen, Sie könnten Nierensteine
bekommen, können Sie sich möglicherweise schützen, indem Sie mehr Wasser
trinken.
Wenn Sie mindestens 1300 mg Kalzium täglich mit Ihrer Nahrung aufnehmen möchten, oder durch Lebensmittel
kombiniert mit Ergänzungspräparaten, können Sie sich hier darüber informieren, wie viel
Kalzium verschiedene Lebensmittel enthalten. Wir haben außerdem einen
Kalzium-Rechner erarbeitet, den Sie
hier nutzen können. Um zu klären, ob Sie mindestens 1000 bis 1300 mg - und
weniger als 2500 bis 3000 mg -
Kalzium täglich aufnehmen, müssen Sie sowohl den
Kalziumgehalt Ihrer gewohnten Kost als auch die Dosis der
Ergänzungspräparate einbeziehen.
Kann Bewegung vor Osteoporose schützen - und wie hoch ist das Verletzungsrisiko?
Es mag den Anschein haben, als ob man seine Knochen schützen könnte, indem man
sich wenig bewegt und auf diese Weise Belastungen vermeidet, die die Knochen
strapazieren oder das Frakturrisiko erhöhen. Tatsächlich ist es jedoch
umgekehrt: Mangelnde Bewegung ist einer der Risikofaktoren für
Osteoporose. Den größten Teil des Tages sitzend oder liegend zu verbringen,
erhöht die Gefahr, dass die Knochen brüchig werden. Körperliche Aktivitäten, bei
denen wir unser eigenes Gewicht tragen müssen, können dagegen die Knochen
stärken. Eine solche Aktivität ist zum Beispiel Gehen, nicht jedoch Schwimmen.
Verletzungen sind immer möglich, wenn man sich bewegt oder trainiert.
Andererseits tragen bestimmte Bewegungs- und Trainingsarten dazu bei, Vertrauen
in den eigenen Körper zu entwickeln, physisch stabiler zu werden und dadurch das
Sturzrisiko zu senken. Die Wissenschaft hat bisher keine schlüssige Antwort auf
die Frage, wie man am besten seine Knochen stärken und gleichzeitig das
Verletzungsrisiko gering halten kann. Dieses Thema wird weiterhin erforscht -
insbesondere um herauszufinden, was man tun kann, um das Risiko von
Stürzen zu
verringern. Sobald es dazu neue Erkenntnisse gibt, werden wir unsere Information
aktualisieren.
Eine der einfachsten Bewegungs- und Trainingsarten mit einem relativ geringen
Verletzungsrisiko ist flottes Gehen (Walking). Die meisten Menschen können es
zudem auch noch in höherem Alter ausüben.
Wenn Sie über 65 Jahre alt sind, gehört es zum Wichtigsten, was Sie tun können,
Stürzen vorzubeugen - insbesondere dann, wenn Sie schon
Osteoporose haben. Dazu kann Bewegung beitragen: Körperliche Aktivität macht
Sie sicherer und verbessert Ihre Koordination. Wichtig ist auch, Stolperfallen
in Ihrer häuslichen Umgebung zu beseitigen - zum Beispiel lose Kabel und
Teppiche, Türschwellen und ähnliches.
Wir werden in Zukunft weitere Forschungsarbeiten zu
Osteoporose behandlungen und
Sturzvorbeugung
auswerten. Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler des IQWiG - des Instituts, das diese Website herausgibt -
sind ebenfalls dabei, Nachweise über den Nutzen von Knochendichtetests zu
analysieren. Wenn Sie über die Weiterentwicklung unserer Informationen auf dem
Laufenden sein möchten, können Sie unseren Newsletter abonnieren.
Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
(IQWiG)
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